Windows Home Server (Teil 3)

ZUSAMMENBAU
Der Zusammenbau der Hardware hat mich rund 4 Stunden gekostet. Etwas Vorplanung war dabei aber schon nötig, denn auf Grund der eingeschränkten Platzverhältnisse ist die Reihenfolge der Teile beim Einbau tatsächlich entscheidend. So konnte ich beispielsweise das Mainboard nicht platzieren, wenn das Netzteil bereits verschraubt war.
Positiv fiel mir auf, dass zwischen allen Festplatten – also auch denen, die sich zusammen in einer Halterung befinden – immer etwas Platz frei bleibt. So wird ein Hitzestau wirksam verhindert.


Angefangen habe ich damit, dass Gehäuse auseinander zu nehmen, um die von Fractal Design mitgelieferten Gehäuselüfter gegen die PWM-Modelle von Noctua zu tauschen. Dabei habe ich dann auch gleich noch die manuelle Lüftersteuerung ausgebaut (der Node 304 hat an der Rückseite einen kleinen Schalter, mit dem man die Lüfterdrehzahl der 3-Pin Gehäuselüfter in drei Stufen regeln kann), da die Lüfter ja zukünftig direkt vom Board gesteuert werden.
Der Einbau der Noctua-Lüfter verlief weitestgehend problemlos. Ich habe die Gummi-Pöppel zur Befestigung verwendet und ohne Zange kommt man da insebsondere bei den Frontlüftern nicht weiter.

Anschließend habe ich das Netzteil ins Gehäuse eingebaut und das Backpanel für das Mainboard eingesetzt.

Schließlich wurde das Mainboard mit dem RAM bestückt, die CPU eingebaut und der Noctua CPU-Lüfter angeschraubt. Das ging ohne Probleme von statten. Aufpassen muss man lediglich ein wenig beim CPU-Lüfter, da dieser nicht ganz quadratisch ist. „Falsch“ ausgerichtet liegt der Kühlkörper direkt an den Kühlkörpern des Hauptspeichers an. Befestigt man den Lüfter um 90° gedreht, ist noch ein kleiner Spalt dazwischen Platz.

Beim Versuch, das fertige Mainboard ins Gehäuse einzubauen musste ich dann aber feststellen, dass mit eingebautem Netzteil nicht genügend Platz vorhanden war. Also wurde das Netzteil nochmal abgeschaubt, das Board eingesetzt und wieder alles neu verschraubt. Der Stromanschluss des be quiet! Netzteils ist übrigens so platziert, dass das Anschlusskabel der im Gehäuse angebrachten Kaltgerätekabelverlängerung ziemlich stark abgeknickt werden muss.

Nach dem Einbau von Board und Netzteil war zwischen beiden Komponenten noch ein wenig Platz. Das ist auch nötig, da man sonst kaum Platz hätte, das Stromkabel des Netzteils auf dem Board einzustecken.
Bevor ich die Festplatten ins Gehäuse eingebaut habe, wurden die Kabel auf dem Mainboard angeschlossen und schonmal über ein weing Kabelmanagement nachgedacht.
Dann habe ich jeweils zwei Festplatten in eine entsprechende Haltung eingebaut. Die Platten sind dabei durch Gummipuffer Schwingungsdämpfend gelagert. Der Einbau der Halterungen im Gehäuse stellte dann auch kein Problem mehr dar. Nach dem Anschließen der Festplatten wurden die Kabel so gut wie möglich verlegt und mit Kabelbindern fixiert. Das Gehäuse stellt dafür diverse Ösen zur Verfügung.

Letztlich gestaltete sich der Zusammenbau jedoch als relativ unkompliziert. Auch alle Kabel konnten gut im Gehäuse verlegt werden. Der flache CPU-Lüfter war dabei in jedem Fall von Vorteil. Auch die zusätzlichen Stromkabel reduzierten den Kabelsalat deutlich.
Einzig der fehlende Gehäuse-Lautsprecher (PC Speaker) war irritierend. Das Gehäuse besitzt den aus meiner IT-Vergangenheit bekannten Lautsprecher nicht mehr – wie alle aktuellen Gehäuse. Auch beim Mainboard lag kein entsprechender Ersatz bei, obwohl das Board über einen entsprechenden Anschluss verfügt. Zum Glück befand sich in meiner Bastelkiste noch ein Ersatz.
Aber warum interessiert mich diese kleine Tröte überhaupt? Der Server läuft später ohne Monitor. Kommt es zu Fehlern beim Start, werden diese in Form von Pieptönen über eben diesen kleinen Lautsprecher ausgegeben (BIOS Error Codes).

Nachdem sämtliche Teile verbaut waren, kam schließlich der große Augenblick. Monitor, Maus und Tastatur angeschlossen, Stromstecker rein, Netzteil an, Power-Knopf gedrückt und… okay, die LED leuchtet Blau, die Lüfter drehen sich, aber sonst ist alles tot. Nicht mal der Lautsprecher macht Piep.
Auch eine Überprüfung der Verkabelung führte zu keinem Ergebnis. Schließlich brachte das betätigten des CMOS-Reset-Knopfes auf dem Mainboard Erfolg. Anschießend erschien das erste Mal das BIOS auf dem Monitor und zeigte die erwarteteten Werte an. Und was sofort auffiel, auf 30cm Entfernung war das System trotz seiner 5 Lüfter (2x Vorne, 1x Hinten, 1x CPU, 1x Netzteil) praktisch Lautlos.

Auspacken, Zusammebau, Test und Windows-Installation und -Ersteinrichtung hat am Ende also rund 6 Stunden gebraucht.

Installation und Einrichtung
Die Installation des Betriebssystem und der Treiber auf der SSD ging schnell und unkompliziert von Statten. Erst danach habe ich die beiden RAID im Controller eingerichtet und in Windows initialisiert. Dieser Vorgang hat jedoch einen ganzen Tag Zeit in Anspruch genommen.
Das intel Rapid Storage Programm überwacht das RAID und kann bei Störungen Mails versenden. Das Problem dabei ist jedoch, dass intel es nicht für nötig erachtet, SMTP-Konten mit Passwort zu berücksichtigen. Zum Glück läuft aber auch der hMailServer auf dem WHS und dieser erlaubt es, Mails vom lokalen System aus ohne Passwort anzunehmen, um sie dann ganz normal an einen externen SMTP-Server weiter zu leiten.

Der Umzug des MailServers stellte im Prinzip auch kein Problem dar. Eine Herausforderung war jedoch die schiere Datenmenge (über 500.000 Dateien, 30 GB). Der alte H340 brach beim Versucht, die Daten über das Netzwerk zu kopieren regelmäßig zusammen. Auch der Versucht, die Daten erst in eine Datei zu komprimieren, ließ den H340 zusammenbrechen. Die Lösung war schließlich, die Festplatte aus dem H340 auszubauen und über einen USB3-Adapter mit dem neuen WHS zu verbinden. Dort wurden die Daten-Ordner dann einzeln gepackt, auf den WHS kopiert und dort wieder entpackt. Die ganze Prozedur hat am Ende zwar fast 2 Tage gedauert, aber danach war der MailServer mit allen Einstellungen, Konten und Mails auf dem neuen WHS wieder verfügbar.

Der Umzug des TeamSpeak-Servers war dagegen in 2 Minuten erledigt.

Beim WebServer habe ich mich bewusst dafür entschieden, auf XAMPP zu verzichten und die in Windows 10 integrierten IIS (Internet Information Services) zu nutzen. Diese wurden dann noch manuell um aktuelle Versionen von PHP und MySQL ergänzt.

Beim CoreTemp muss man darauf achten, dass das im Installationspaket enthaltene Server-Plugin nicht funktioniert. Nach der manuellen Installation des Plugins funktioniert dieses jetzt jedoch einwandfrei und ich kann jederzeit über mein Smatphone die CPU und RAM Auslastungen, sowie die aktuelle CPU-Temperatur überprüfen.

Zusammenfassung der aktuellen Konfiguration

Windows 10 HomeServer / NAS

  • 230 GB (netto nutzbar) PCIe SSD für System
  • 1,8 TB (netto nutzbar) SATA3 RAID1 (2×2) für Programme (Mails, Web)
  • 7,3 TB (netto nutzbar) SATA3 RAID10 (4×4) für Daten
  • 1,8 TB (netto nutzbar) USB 3.0 Datensicherung (Seagate Expansion Extern)
  • Windows 10 Pro 64-Bit
  • intel Rapid Storage (Raid) mit Mail-Benachrichtigung
  • IIS Webserver + PHP + MySQL
  • hMailServer (POP3,IMAP,SMTP) + RoundCube WebMailer
  • Serviio MediaServer (DLNA)
  • TeamSpeak 3 Server
  • PowerChute Personal Edition für APC Back-UPS CS 350 (USV)
  • CoreTemp + Server PlugIn zur Überwachung mit dem Smartphone

Durchschnittlicher Energieverbrauch laut USV: 27-33 Watt

Temperaturen
Geringe Belastung, Umgebungstemperatur 20-22°C
CPU 30-32°C, Festplatten 28-30°C, SSD max. 34°C

Mehrere Stunden lang Daten kopieren, Umgebungstemperatur 25-27°C
CPU 34-42°C, Festplatten 30-32°C, SSD max. 44°C

Einige Tage im Einsatz, Umgebungstemperatur >27°C
CPU max. 37°C, Festplatten 35-37°C, SSD max. 39°C

FAZIT
Mit knapp 2.000 Euro ist der neue WHS sicherlich kein Schnäppchen. Dafür haben wir jetzt jedoch einen sowohl leisen, als auch energiesparenden Server mit genügend Speicherkapazität und mehr als ausreichende Leistung unter der Haube. Den MailServer zu nutzen macht endlich wieder Spaß – so schnell sind die Mails noch nie auf meinem Laptop, Tablet oder Smartphone erschienen. Auch der Zugriff auf die Dateien klappt wieder richtig flott und ohne dass das System schon bei der kleinsten Aufgabe hilfesuchend nach Luft schnappen müsste.

Was mich aber wirklich beeindruckt hat, waren die Temperaturen. Während die Festplatten im H340 regelmäßig mit um die 50°C am Glühen waren, pendeln sie beim neuen Server immer um die 30°C.

Kurz gesagt, nach einer Woche im Einsatz sind Feli und ich absolut zufrieden mit unserer neuen Investition.

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