Der Weg zum MediaPC - Teil 2
Februar 18th, 2010 von
Purzel
Die richtige Hardware
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Nachdem klar war, dass unser neuer MediaPC aus Standard-Komponten aufgebaut werden sollte, begann nun die Qual der Wahl, welche Teile denn verwendet werden könnten. Dabei war auch der Preis ein entscheidenes Kriterium.
Doch zunächst einmal ging es darum festzustellen, welche Teile aus dem Bastelschrank wiederverwendet werden sollte:
Dabei handelt es sich um ein Frontpanel mit verschiedenen Bedientasten, einem großen LCD-Display und einer üppig ausgestatteten IR-Fernbedienung. Die Multimedia Station belegt dabei ganze zwei 5,25″ Schächte.

Das vorhandene DVD-ROM ist zwar nicht mehr das jüngste und benötigt einen IDE/ATA-Anschluss, dafür ist es angenehm leise und sehr kompakt (kurz). Zusammen mit der Multimedia Station sind also mindestens drei 5,25″ Laufwerksschächte erforderlich.
Die beiden G.Skill Ripjaws Speichermodule sind mit schwarzen Kühlköpern versehen und ein entscheidendes Kriterium für die übrigen Komponenten. - Da es sich um DDR3-Speicher handelt, kam eigentlich nur ein AM3-System in Frage und die Kühlkörper mussten bei der Wahl des CPU-Lüfters berücksichtigt werden.

Die Festplatte stammt aus unserem alten NAS, wird im neuen WHS jedoch nicht mehr benötigt. Da sie für einen 24/7-Betrieb (24 Stunden pro Tage, 7 Tage pro Woche) ausgelegt ist, sollte auch ein Dauereinsatz im MediaPC kein Problem darstellen.

Bereits aus früheren PC-Eigenbauten habe ich Dämmmatten zu schätzen gelernt. Auch wenn ich die Geräuschdämmung durch den Einsatz solcher Matten für begrenzt halte, verleihen sie einem Gehäuse doch deutlich mehr Stabilität und reduzieren störende Schwingungen. Im Schrank lag jedenfalls noch ein komplettes Tower-Set und wartete auf den Einbau.

Der nächste und überraschenderweise auch schwierigste Schritt war das Finden eines passendes Gehäuses. Zunächst stand die Überlegung im Raum, ein Gehäuse zu nehmen, welches in den vorhandenen TV-Schrank passt. Leider waren alle Gehäuse entweder zu groß oder boten nicht genügend Platz.
In die engere Wahl kamen schließlich zwei Gehäuse: Die NZXT Panzerbox und das GMC Noblesse K-1 Muse.
Die Panzerbox ist ein kleines kompaktes Voll-Aluminiumgehäuse, ganz in Schwarz und mit seinem Mesh-Design und dem bulligen Auftreten sehr extravagant. Es hat drei 5,25″ Einschübe und das Aussehen trifft genau meinen Geschmack. Mit rund 90 Euro ist das “nackte” Gehäuse aber leider nicht ganz billig, zumal die mitgelieferten Lüfter auf Grund ihrer Lautstärke für einen MediaPC nutzlos sind und demontiert werden müssten. Darüber hinaus würde das Gehäuse zwingend eine Dämmung oder ähnliches benötigen, da alle Seiten, Front und Deckel aus fein-gelochtem Alu bestehen, was Staub ungehindert ins und Krach ungehindert aus dem Gehäuse befördert.

Das zweite Gehäuse, das GMC K-1 gehört dann schon eher in die Gruppe der Plastikbomber. Was den ansonsten typischen Midi-Tower so besonders macht, ist seine Frontplatte. Das K-1 hat Platz für zwei 5,25″ Laufwerke hinter Klappen, ein VFD-Display, Multimedia-Bedientasten, einen verdeckten CardReader, ein zweites Frontdisplay für Statusanzeigen (Temperatur, Lüfter, etc.), regelbare und leise vormontierte Gehäuselüfter und eine IR-Fernbedienung. Schaut man sich das K-1 an, sieht man auf den ersten Blick auch eher eine Musikanlage aus den 90ern, statt eines PCs.
Da sämtliche Rezessionen zu diesem Gehäuse auch noch von einer hervorragenden Verarbeitungsqualität sprachen, hätte dem K-1 auch nichts mehr im Wege gestanden, außer der Tatsache, dass es mit über 150 Euro kaum als Schnäppchen durchgehen dürfte. Bedenkt man allerdings die Ausstattung, relativiert sich der Preis schnell wieder. Leider lassen sich die 150 Euro aber auch so nicht wegdiskutieren und eigentlich ist ein Multimedia-LCD samt Fernbedienung ja schon vorhanden.

Da es bei diesem Projekt aber auch darum ging, einen möglichst günstigen MediaPC zu bauen und Vorhandenes soweit machbar wiederzuverwenden, fiel mein Blick schließlich auf das alte Tacens Tango Pro Gehäuse meiner Frau. Der schwarz glänzende Midi-Tower mit der weißen Front und den zwei weißen Gehäuselüftern an der Seite sah zwar sehr schick aus, hatte aber ein entscheidendes Problem: Das Font-LCD war defekt, es fiepte permanent vor sich hin! Da der PC über Touch-Felder auf dem LCD auch gesteuert wird (An/Aus, Reset, Lüfter), fehlen durch den Wegfall des LCDs auch sämtliche Bedienknöpfe und zurück bleibt ein Loch in der sonst schicken Front.

Der defekte Display wurde daher durch ein neues 4×20 LCD (4 Zeilen à 20 Zeichen) für die Anzeige von Statusinformationen ersetzt. Diese Displays gibt es fast schon wie Sand am Meer und ich habe mich für ein USB-LCD mit dunkelblauer Schrift und weißer Hintergrundbeleuchtung von Abacom entschieden - fertig montiert und mit verschiedenen Plugins und DLLs für eigene Programmierversuche. Das PC-Gehäuse musste noch leicht modifiziert und ein passender schwarzer Rahmen für das LCD angefertigt werden. Basis dafür war übrigens das Gehäuse eines ausgedienten Videorecorders.

Jetzt fehlten noch die sonst üblichen Power- und Reset-Tasten, sowie Status-LEDs für Power und HDD. Hier kamen zwei 16 mm “Vandalismustaster” von Lamptron zum Einsatz. Mit einem Preis von knapp 10 Euro pro Stück sind diese Taster zwar jenseits von Gut und Böse, sehen dafür aber richtig gut aus (ich habe die schwarze Stahlausführung mit LED-Ring genommen) und bestehen komplett aus Metall. Die Anschlusskabel habe ich einem alten Gehäuse entnommen und selbst angelötet. Es gibt zwar auch vorgefertigte Kabel, die einfach angesteckt werden können, doch mit 30 cm wären diese ein paar Zentimeter zu kurz gewesen. - Die beiden Taster sollten nämlich von oben in den Deckel geschraubt werden. Damit ist zwar der oberste 5,25″-Schacht für Laufwerke nicht mehr nutzbar, aber da dort sowieso das Mediapanel untergebracht werden sollte, störte das nicht weiter.

Das Gehäuse wurde anschließend wie geplant von innen komplett gedämmt. Auch wenn eine wirkungsvolle Geräuschreduzierung durch solch eine Maßnahme angezweifelt werden darf, erhält das Gehäuse damit nicht nur eine optische Aufwertung. Störende Vibrationen werden unterdrückt und der PC “fühlt” sich insgesamt hochwertiger an.
Die weiteren verbauten Komponenten sind schnell aufgezählt:

Eine Besonderheit des Mainboards ist das “Active Phase Switching” (APS), bei dem einzelne Phasen entsprechend der benötigten Leistung automatisch abgeschaltet werden. Das bedeutet, das Board zieht immer nur so viel Strom, wie tatsächlich von der CPU benötigt werden. Für einen MediaPC, der oftmals im Leerlauf auf die nächste Aufgabe wartet, ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Ebenfalls von Vorteil sind die 3 geregelten Lüfteranschlüsse auf dem Board, die sich über das Bios detailliert einstellen lassen.







Im dritten Teil geht es schließlich um die passende Software für den MediaPC. Doch zuvor noch ein paar Impressionen unseres fertigen MediaPCs…








