Der Weg zum MediaPC - Teil 1

Februar 16th, 2010 von Purzel


Vorüberlegungen und Entscheidungsprozess

Unsere Multimedia-Landschaft daheim bestand bisher aus einem FullHD (Auflösung: 1920×1080) LCD-TV von LG, einem DVD-Player mit HDMI-Ausgang, einem digitalen SAT-Receiver (DVB-S), sowie einer Multimedia-Festplatte (HDMI/USB) und einem (analogen) 5.1 Sound-System. Daraus resultierend lagen ganze 5 Fernbedienungen bei uns herum, die zusammen mit dem jeweiligen Gerät immer einer eigenen Bedienstrategie folgten. - Das musste sich ändern!

Nachdem der DVD-Player nun Ende letzten Jahres damit begonnen hatte, DVDs nur noch über SCART und nicht mehr über HDMI wiederzugeben und der SAT-Receiver immer wieder Aussetzer zeigte, wurde beschlossen, beide Geräte zu ersetzen. Dazu kam, dass die Multimedia-Festplatte zwar sehr gut und reibungslos arbeitete, aber dennoch zwei Einschränkungen besaß: Sie konnte weder MKV/MP4 noch FLV (Flash-Videos) abspielen und neue Filme mussten immer umständlich über USB vom PC überspielt und die Festplatte anschließend wieder an den Fernseher angeschlossen werden.
Da der neue Homeserver (WHS) auch sämtliche Videos zentral verwalten sollte, wäre ein Zugriff über das Netzwerk also mehr als wünschenswert gewesen.

Als Lösung bot sich daher ein MediaPC oder HTPC (Home Theater PC) an, der alle anderen Geräte ersetzen sollte. Folgendes stand dabei auf der Wunschliste:

  • Wiedergabe von Videos über LAN (auch HD-Videos)
  • Unterstützung aller (gängigen) Videoformate
  • Abspielen von DVDs
  • Empfang von DVB-S
  • Ausgabe von Bild und Ton über HDMI
  • Anschluss an die analoge 5.1-Anlage
  • Leise!
  • Geringer Stromverbrauch!
  • Einheitliche Bedienoberfläche
  • Ansprechendes Äußeres ;)
  • Überschaubare Anschaffungskosten
  • Optional:

  • Empfang und Wiedergabe von HDTV und DVB-S2
  • Abspielen von BlueRay-Videos
  • Aus diesen Anforderungen heraus - vor allem mit Blick auf den Endpreis - ergaben sich diverse Möglichkeiten, die alle einen gewissen Reiz besaßen. Fertiggeräte konnten jedoch von vornherein ausgeschlossen werden, das sie entweder unbezahlbar waren (jenseits von 1.000 Euro) oder nicht alle Anforderungen erfüllen konnten. Übrig blieben folgende Alternativen:

    Syabas Popcorn B-110 Mediaboard
    Syabas-Mediaplayer
    Die Firma Syabas beitet mit der “Popcorn Hour”-Serie fertige Mediaplayer an. Darüber hinaus gibt es ein “B-110 Mediaboard” getauftes Produkt in Form eines MiniITX-Mainboards. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen “echten” PC, sondern um eine auf Multimediaanwendungen spezialisierte Platine, die die Verwendung von Standard-PC-Komponenten erlaubt. Das Board selbst besitzt bereits alle notwendigen Anschlüsse und wird mit einem vorinstallierten Betriebssystem im FlashBIOS ausgeliefert.
    Durch die Möglichkeit, PC-Komponenten (Gehäuse, Laufwerke, etc.) verwenden zu können und das quasi in sich geschlossene System wird eine einfache Installation angestrebt. Leider sind die Erweiterungsmöglichkeiten stark eingeschränkt - TV-Empfang ist ebenso wenig möglich, wie der Anschluss eines LCD-Displays für Statusinformationen. Darüber hinaus ist das Board nicht billig, so dass der Preis für das Fertiggerät auch nicht als Kaufargument dienen kann.

    Asus AT3N7A-I
    MiniITX-PC
    Ganz klar, MiniITX-Systeme sind eine feine Sache. Auf Basis der Nvidia-ION-Plattform bekommt man ein leistungsstarkes HD-Video-taugliches System mit DualCore-CPU auf kleinstem Raum. Dazu kommt noch ein unschlagbar geringer Energieverbrauch. Selbst HDTV über DVB-S/S2 sind bei der Wahl der richtigen Teile möglich.
    Da ich bei einem solchen System jedoch keine bereits vorhandenen Komponenten wiederverwenden kann, ist der Preis für den MiniITX-System ein klarer Nachteil.

    MSI 785G-E53
    Standard-PC
    Zugegeben, eine graue Büro-Kiste im Wohn- oder Schlafzimmer ist alles andere als eine verlockende Vorstellung, jedoch gibt es auch hier inzwischen Alternativen, die einen auf Standard-Komponenten basierenden PC kaum noch als solchen erscheinen lassen. Vor allem den Hersteller GMC möchte ich hier erwähnen, dessen PC-Gehäuse eher an Hifi-Komponenten erinnern.
    Der Vorteil eines solchen Systems ist unbestreitbar die kaum noch überschaubare Auswahl an Komponenten zu einem insgesamt günstigen Preis, sowie die Möglichkeit, vorhandene Komponenten wiederverwenden zu können. Darüber hinaus stellt eine spätere Erweiterung in der Regel kein Problem dar.


    Rein subjektiv ergibt sich für mich daraus folgender Vergleich:
    Vergleichstabelle MediaPC

    Am Ende machte der Standard-PC das Rennen. Das MiniITX-System stellte zwar eine interessante Lösung dar, vor allem im Bezug auf Platzbedarf und Energieverbrauch, jedoch bot der Standard-PC bei geringeren Kosten eine bessere Leistung und Ausstattung.

    Der Versuch, ein altes AMD Sempron 2800+ System mit 1,5 GB RAM und einer ATI Radeon 9600 AGP Grafikkarte für den MediaPC zu reaktivieren, schlug übrigens fehl. Bereits beim Versuch einen Film in HD-Qualität über das Netzwerk abzuspielen, versagte der PC und zeigte nur noch eine Diashow an. Dazu gesellte sich ein aufdringliches Lüftergeräusch, was einen Betrieb im Wohn- oder Schlafzimmer endgültig verbot.

    Welche Komponenten schließlich den Weg in den MediaPC gefunden haben, zeigt der zweite Teil.

    Geschrieben in Hardware, MediaPC |

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