3D: Das Kino von Morgen?

Februar 15th, 2010 von Purzel

Gestern war Valentinstag - genau die richtige Gelegenheit also, um meine Liebste mal wieder ins Kino zu entführen und wenigstens für ein paar Stunden alle Sorgen des Alltags zu vergessen. “Avatar” sollte es sein, der Blockbuster der vergangenen Wochen! Ich wusste dass Feli den unbedingt sehen wollte, also waren die Karten schnell reserviert.
Ein Besuch beim direkt neben dem Kino gelegenen Mexikaner - der im Übrigen sehr empfehlenswert ist - läutete den Abend stilvoll ein, bevor es in den eigens für 3D-Filme umgebauten Kinosaal ging. Durch die frühzeitige Reservierung der Karten hatten wir Plätze in der hintersten Reihe, direkt in der Mitte. Und obwohl der Saal überraschend voll war, hatten wir das Glück, dass sowohl die Plätze direkt vor uns, sowie rechts und links neben uns frei blieben. Ideale Voraussetzungen also, um das Spektakel auf der Leinwand bequem und entspannt genießen zu können.

Objektiv betrachtet handelt es sich bei “Avatar” auch nur um ein weiteres Gut-gegen-Böse-Märchen nach altbekanntem Schema: Weißer Mann (1) will Bodenschätze von Indianern (2) und wenn diese nicht freiwillig kooperieren, wird die Kavallerie (3) gerufen. Schließlich erhebt sich ein vor Pathos triefender Held - der sich vorzugsweise noch in die schöne Tochter des Indianerhäuptlings verliebt - und führt die unterdrückten Ureinwohner zurück in die Freiheit. (1) bis (3) lassen sich dabei beliebig austauschen.
Die Story von “Avatar” ist in jeder Situation vorhersehbar und bedient ausnahmslos jedes Klischee, so dass eigentlich nur noch fehlt zu sagen: “Und wenn sie nicht gestorben sind…”

Lohnt es sich dann überhaupt, diesen Film anzusehen? Ganz klar - JA!

Denn das, was da in gut 2,5 Stunden vor einem abläuft, lässt selbst ein “digital remastered” StarWars-Epos wie Oma’s Bilderbuch aussehen und auch die absolut beeindruckenden Effekte des Weltuntergangsdramas 2012 wirken im wahrsten Sinne des Wortes einfach nur platt.
Hat man die bequeme und - wie Feli bestätigen konnte - auch für Brillenträger absolut geeignete 3D-Brille aufgesetzt und der Film ersteinmal begonnen, taucht man in eine zum Greifen nahe Welt ein, wie man sie zuvor garantiert noch nicht erlebt hat. Das, was hier an 3D-Effekten aus dem Hut gezaubert wird, versetzte das Publikum und uns immer wieder in Begeisterung und ließ den Mund vor Staunen offen stehen. Man kann es nicht beschreiben, man muss es selbst gesehen - nein - erlebt haben!

Abseits der Story kann man sich freilich des Eindrucks nicht erwehren, in einem - zugegebenermaßen auf höchstem Niveau – Technikdemo für 3D-Kino zu sitzen. Doch das stört den Genuss des Films nicht im Geringsten, denn die Geschichte wird flott erzählt und weiß den Zuschauer gekonnt in ihren Bann zu ziehen. Die außerirdische Welt bietet eine Menge Platz für Formen, Farben und Lichteffekte und wird mit viel Liebe zum Detail gekonnt in Szene gesetzt. Und noch etwas fällt positiv auf: Endlich hat jemand erkannt, dass auch auf außerirdischen Welten vielleicht auch mal mehr als ein Volk mit ein paar hundert Aliens wohnt. - StarTrek-Fans werden wissen, was ich meine. ;)

Mit 8.00 Euro für die Kinokarte, 3.00 Euro 3D-Aufschlag und 1.50 Euro für die 3D-Brille ist ein Besuch in “Avatar 3D” mit Sicherheit kein billiges Vergnügen. Sollte man sich den Film trotzdem ansehen? Nochmals JA!

Denn trotz aller Kritik - was einem hier geboten wird, ist Unterhaltung pur und für ein paar Stunden wird man entführt in eine lebendige und zum Greifen nahe Welt, die einen in ihren Bann zieht und “die Welt da draußen” vergessen lässt. - Nicht mal an das mitgenommene Popcorn hat man mehr gedacht… ;)

Und wenn man sich kurz vor Schluss fragt, wieso denn plötzlich alle vor einem die Arme in die Luft strecken, nur um dann zu merken, dass auch das nur ein weiterer 3D-Effekt auf der Leinwand war, ja, dann bedauert man, dass die 2,5 Stunden schon wieder vorbei sind und weiß, dass die Welt des Kinos ab jetzt eine andere ist…
3D Brille fürs Kino

Ach übrigens, die reale Welt hat Feli und mich dann doch wieder sehr schnell zurück geholt - nämlich in Form von unserem Junior, der pünktlich eine Stunde, nachdem wir eingeschlafen waren, nach seinem Fläschchen rief!

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