Endgame
Dezember 28th, 2008 von
Purzel
Nicht einmal ein Jahr hat es gedauert, da wurde der Asus EeePC 701 4G in Deutschland von der von ihm selbst losgetretenen Lawine kleiner Sub-Notebooks überrollt. Auch mein 4G fiel dem technischen Fortschritt zum Opfer und musste einem Nachfolger weichen.
Nach intensiver Beurteilung diverser Reviews, Berichte und Produktbeschreibungen blieben schließlich drei Geräte übrig, die in die Fußstapfen des ersten EeePC treten konnten:
- Asus EeePC 1000H GO
- Asus N10J
- Belinea o.book 4
Belinea o.book 4
Das o.book von Belinea erschien zunächst als idealer Nachfolger. Sein 12″ Display machte es zwar zum größten aller Geräte, aber zugleich auch zum leistungsstärksten - ausgestattet mit Intel Core 2 Duo CPU, X3100 Grafikchip, bis zu 3GB RAM und 320GB Festplatte, integriertem HD-DVD-Laufwerk (mit DVD-Brenner), Fingerabdruckscanner, ExpressCard-Slot und einer Auflösung von 1280×800 Pixeln dürfte das Sub-Notebook weit oberhalb der beiden Asus-Kanditaten liegen, noch dazu verpackt in einem schicken schwarz-weißen Gehäuse. Trotzdem kann das Belinea-Gerät noch eine akzeptable Akkulaufzeit vorweisen und kostet dabei noch weniger, als das wesentlich schwächere N10J.
Das es das o.book 4 schließlich doch nicht unter meinen Weihnachtsbaum geschafft hat - und das war wirklich nur sehr knapp - lag letztendlich an der Insolvenz der früheren Muttergesellschaft Maxdata. Nach Rückfrage bei Belinea bestätigte man mir, dass eine Garantie nur noch auf nach Juni 2008 verkaufte Geräte gegeben werden kann. Und damit ist nicht das Kaufdatum des Kunden, sondern des Händlers gemeint. Geräte, die also noch “ab Lager” verkauft werden, sind gänzlich ohne Garantie des Herstellers. Außerdem wird die wirklich interessante Konfiguration mit 3GB RAM, 320GB Festplatte und HD-DVD-Laufwerk nicht mehr offiziell von Belinea angeboten, was sehr bedauerlich ist.
Ein in den Tests als bestenfalls mittelmäßig eingestuftes Display und die doch deutlich das DIN A4 Maß überschreitende Grundfläche gaben dem o.book schließlich den Rest.
Asus N10J
Nicht ohne Grund stuft Asus sein N10J eine Geräteklasse höher als seine EeePCs ein. Das N10 hebt sich schon rein äußerlich deutlich von seinen 901er und 1000er Geschwistern ab. Das ist auch einer der größten Pluspunkte des N10 - ein sehr schickes Gehäuse. Darunter findet man zumeist übliche Netb00k-Kosten. Lediglich die ab Werk verbauten 2GB RAM und die 250GB Festplattte stehen etwas hervor, sind für Bastler, die ihr Notebook selbst aufrüsten können und wollen aber nichts besonderes.
Wirklich punkten kann das N10J jedoch mit seinem GigaBit-LAN Anschluss und vor allem dem GeForce 9300M-GS Grafikchip mit eigenen 256MB Video-RAM. Damit beschleunigt Asus die Grafik um den Faktor 2-3 im Vergleich zum sonst üblichen GMA 950. Wirklich profitieren können davon aber wohl nur diejenigen, die ihr Netb00k hauptsächlich zum Spielen nutzen wollen, doch dürfte hier immer noch die vergleichsweise langsame Atom CPU bremsend wirken. Wer wirklich ein Notebook zum Spielen aktueller 3D-Kracher braucht, findet auch in der Preisklasse eines N10J bessere, dann aber auch größere Alternativen. So bleiben auf der Haben-Seite für das N10J noch der HDMI-Ausgang und der Fingerabdruckscanner.
Leider hat sich das ansonsten sehr ansprechende Notebook auf anderer Seite für mich disquallifiziert: Die Tools und Treiber für Windows XP sollen alles andere als perfekt sein und Funktionen, die beim EeePC seit langem selbstverständlich sind (Beispiel 1024×768 Auflösung) kennt das N10J nicht. Darüber hinaus ist sein Trackpad nicht MultiTouch-fähig und das Display ein Hochglanz-Spiegel. Das man das Notebook zum Umschalten zwischen GeForce und ebenfalls vorhandenem GMA 950 Grafikchip (liefert eine deutlich längere Akkulaufzeit) neu Starten muss, obwohl es technisch auch ohne machbar gewesen wäre, nimmt man beim Schwindel erregend hohen Preis dann nur noch am Rande wahr.
Asus EeePC 1000H GO
Wie sich also inzwischen jeder denken kann, trat der 1000H GO zu Weihnachten die Nachfolge meines EeePC 701 4G an.
Wie (fast) alle aktuellen Netb00ks ist auch der EeePC 1000H GO mit einer 1,6 GHz Intel Atom CPU, GMA 950 Grafikchip, 1GB RAM und 160GB Festplatte ab Werk ausgestattet. Auch die anderen Spezifikationen wie 10″ Display mit 1024×600 Pixeln Auflösung, 3x USB 2.0, SD(HC)-Cardreader und Bluetooth sind inzwischen Standard. Leider beherrscht der GO nur WLAN b/g (kein Draft N) und kommt über 10/100 MBit LAN nicht hinaus. Auch wenn ich (noch) keine Verwendung für für Draft N habe ist es dennoch sehr ärgerlich, dass Asus hier für das deutlich teurere GO-Modell nicht das gleiche a/b/g/n WLAN Modul wie im normalen 1000H verwendet hat.
Punkten kann der EeePC 1000H GO jedoch an anderer Stelle: Das MultiTouch TrackPad ist angenehm groß und beherrscht eine Menge Funktionen. Das matte Display ist eines der besten, die derzeit in Netb00ks verbaut werden. Außerdem lässt sich über einen eigenen Hotkey schnell zwischen den Auflösungen 800×600, 1024×600 (Standard), 1024×768 (mit Scrollen) und 1024×768 (interpoliert auf 1024×768, also ohne Scrollen) umschalten. Ebenfalls über einen eigenen Hotkey erreichbar ist die von Asus “Super Hybrid Engine” getaufte Funktion zum Umschalten der Taktfrequenz - Asus garantiert eine problemlose 10%-Übertaktung des Systems. Ebenfalls heraus ragend ist die Akkulaufzeit des 1000H. 6,5 Stunden sind bei normaler Nutzung und eingeschaltetem WLAN problemlos möglich.
Was den 1000H schließlich zum GO macht ist sein internes HSDPA/UMTS-Modem vom Typ Huawei EM770. Ohne zusätzliches Rumgefummel, USB-Stick oder Bluetooth-Handy kommt man mit dem Netb00k so überall problemlos ins Internet. Sogar das Senden und Empfangen von SMS-Nachrichten ist möglich, schließlich hat der EeePC ja jetzt eine eigene Telefonnummer.
Dagegen gehört gutes Aussehen und schickes Design ganz klar nicht zu den Stärken eines EeePC 1000H GO. Dick, globig, unatraktiv - so würde ich den EeePC am besten beschreiben. Aber das soll sich in Kürze ändern…
Direkt nach seiner Ankunft habe ich dem EeePC eine Frischzellenkur in Form von 2GB Kingston ValueRAM (KVR800D2S5/2G) und einer 320GB Seagate Momentus 7200.3 Festplatte (ST9320421AS) gegönnt.
Beide Komponenten lassen sich auf einfachste Weise austauschen, da der EeePC dafür eine eigene Klappe an der Unterseite hat.
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Dezember 30th, 2008 um 01:24
Was für eine WLAN Hardware ist dort eingebaut? Atheros wie beim 701 Modell?
Dezember 30th, 2008 um 09:09
Das im 1000H GO verbaute Modul meldet sich als “Atheros AR5007EG Wireless Network Adapter”.