Review: Super Talent Pico-C 8GB USB-Stick

Juni 20th, 2008 von Purzel

Genau genommen handelt es sich beim Pico-C von Super Talent nur um einen weiteren USB-Speicherstick und 8 GB Fassungsvermögen sind inzwischen auch nichts besonderes mehr.





Das herausragende am Pico-C ist jedoch seine Größe - oder besser nicht seine Nicht-Größe - denn dieser Speicherstick ist wirklich winzig!


Ob diese Schrumpfkur Auswirkungen auf den Stick hat und wie er sich mit dem EEE PC verträgt, soll dieses Review klären.





Der Pico-C wird in einer schlichten Verpackung geliefert und außer dem Stick selbst befindet sich nur noch ein kleines Kettchen darin. Nungut, mehr braucht es eigentlich auch nicht.





Was sofort auffällt, ist die Größe des Speichersticks. Mit gerade einmal 31,1 mm x 12,4 mm x 3,4 mm und einem Gewicht von 5 Gramm ist der Pico-C wirklich winzig und dürfte wohl der kleinste 8 GB USB-Stick der Welt sein.

Erfreulich ist, dass zwar an der Größe, nicht jedoch an der Qualität gespart wurde. Super Talent hat dem Pico-C ein verchromtes Messing-Gehäuse gegeben, was nicht nur für ein sehr edles Aussehen sorgt, sondern den Stick auch wasserdicht machen soll.

Aber natürlich muss es bei so einem kleinen Speicherstick auch Einschränkungen geben. So verfügt der Pico-C über keinerlei Statusanzeigen (z.Bsp. in Form von LEDs) und der USB-Anschluss ist ungeschützt (es gibt keine Schutzkappe oder ähnliches).





Zuerst musste der Pico-C unter Windows zeigen, ob er die versprochene Geschwindigkeit von bis zu 30 MB/s einhalten kann.


Für den Test habe ich H2testw v1.4 verwendet, welches nicht nur die Geschwindigkeit des Sticks testet, sondern gleichzeitig prüft, ob die angegebene Speichergröße auch tatsächlich zur Verfügung steht. Gerade in letzter Zeit sind immer wieder Speicherstickt aufgetaucht, die dem Anwender eine größere Kapazität vortäuschen, als sie tatsächlich besitzen. Das Ergebnis ist ein unkontrollierter Datenverlußt, was diese Sticks praktisch unbrauchbar macht.

Umso erfreulicher, dass der Pico-C die angegebene Speichergröße mit 7708 MB auch tatsächlich einhält und ein fehlerfreies Schreiben und Lesen ermöglicht - eigentlich eine Selbstverständlichkeit, zumal Super Talent mit einer Datensicherheit von 10 Jahren wirbt.


Etwas ernüchternd war die von H2testw ermittelte Schreibrate von 9,62 MB/s - um den kompletten Stick zu füllen wären also rund 13 Minuten erforderlich.

Deutlich schneller ging es dagegen beim Lesen zu. Hierbei wurde eine Leserate von beachtlichen 31,7 MB/s erreicht.





Als nächstes sollte der Pico-C seine Fähigkeiten unter Linux am EEE PC unter Beweis stellen. Leider sorgte bereits der erste Kontakt zu unerfreulichen Ergebnissen.
So spuckte dmesg zunächst eine Meldung über ein unbekanntes Gerät aus und mounten ließ sich der USB-Stick auch nicht. Beim zweiten Versuch zeigte dmesg dann die erwarteten Daten an und schließlich ließ sich der Stick über /dev/sdc (statt /dev/sdc1) ansprechen und mounten. Aber ein erster Schreibversuch scheiterte kläglich - die Übertragungsrate brach zusammen und der EEE PC hängte sich auf.
Offensichtlich kam der EEE bzw. Linux nicht mit der Standardformatierung des Pico-C zurecht.


Da ich den Speicherstick aber sowieso zur Erweiterung des internen Flash-Speichers des EEE PC verwenden möchte, wäre eine Neu-Formatierung ohnehin unerlässlich gewesen. Daher habe ich den Stick zunächt komplett gelöscht und eine neue primäre Partition angelegt, die ich anschließend mit ext2 formatiert habe.

Jetzt ließ sich der Pico-C auch problemlos mounten (/dev/sdc1) und stand mit 8 GB zur Verfügung. Zum Test musste der EEE eine rund 400 MB große Datei von der internen SSD auf den Stick schreiben und anschließend vom Stick zurück kopieren.
Wie erwartet lag die Schreibrate auch hier wieder bei ca. 9-11 MB/s, was dem Ergebnis unter Windows entspricht.

Die Leserate sank dagegen deutlich ab - hier erreichte der EEE lediglich 13-17 MB/s. Allerdings ist wohl eher ein allgemeines Problem beim EEE PC, der hier keine höheren Übertragungsraten an den USB-Ports zulässt.


Noch zwei Dinge sind mir aufgefallen:
1. Das Metallgehäuse des Speicherstickt wurde sehr warm, wobei ich nicht sagen kann, ob das auf den Betrieb (Schreiben/Lesen) selbst zurück zu führen ist oder ob der Pico-C hier nur als Wärmeableitung für den EEE herhalten musste.
2. Der Pico-C sitzt sehr straff in den USB-Ports des EEE PC und ist ohne entsprechenden Kraftaufwand nicht wieder herausziehbar. Hier empfiehlt es sich also wirklich, die mitgelieferte Kette am Stick anzubringen - damit gings dann erheblich leichter.








Letztlich muss sich zeigen, wie sich der kleine Pico-C bei der täglichen Arbeit am EEE PC schlägt. Mit seiner Größe und der gebotenen Performance eignet er sich jedenfalls hervorragend als Speicher-Ergänzung und sollte dabei auch noch zuverlässiger sein, als eine SDHC im CardReader des EEE.

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2 Kommentare

  1. Willy Tell Sagt:

    Nach einem 1/2 Jahr Gebrauch (?)immer noch dieser Meinung ???

  2. Purzel Sagt:

    Der USB-Stick war seitdem regelmäßig in Gebrauch. Ich hatte ihn auf ext3 formatiert und Spiele, Webserver (LAMPP), Downloads, usw. dorthin verlinkt. Der Stick steckte dann permanent im USB-Slot des EeePC und wurde über seine Kennung ins System gemountet.
    Fazit: Läuft sehr schnell und zuverlässig, auch mit ext3-Formatierung.

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